Letzte Änderung: 01.11.2004
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Eselsbrücken Grammatik

Zeichnung von Martha Wesolowski

Präpositionen

Mit Ablativ stehen: 

a und ab, e, ex und de
cum und sine, pro und prae


von ... her, aus und von / über;
mit und ohne, vor / für und vor

Alle anderen gehen mit Akkusativ. In und sub stehen auf die Frage Wo? mit Ablativ, auf die Frage "Wohin? mit Akkusativ.

O/u-Deklination - Ausnahmen

Wörter der  o- und u-Deklination sind in der Regel maskulin. Aber:

Von den Wörtern auf -us, -us
man fünf als weiblich merken muss:
domus, manus, tribus
porticus und idus.
(Haus, Hand, Stadtbezirk,
Säulenhalle und Iden)

Land, Insel, Stadt und Baum auf -us
stets weiblich man gebrauchen muss.
Als weiblich brauche auch humus,
als sächlich aber dann vulgus.

Pronomen
Stamm Singular Plural
m f n m f n
e- is e-a id Nom. e-i / ii e-ae e-a
e-ius e-ius e-ius Gen. e-orum e-arum e-orum
e-i e-i e-i Dat. e-is e-is e-is
e-um e-am id Akk. e-os e-as e-a
e-o e-a e-o Abl. e-is e-is e-is

Auch wenn die Nominative unregelmäßig aussehen, folgen alle Pronomen im Prinzip der a/o-Deklination (hunc z.B. aus h-um-c: Stamm h  + Akk.-Endung -um + Anhängsel -c. Nur in zwei Kasus tanzen sie aus der Reihe: Der Genitiv Singular endet auf -ius, der Dativ Singular auf -i. Wer die Villa der 5 Deklinationen kennt: Dort findet ihr die Pronomen deshalb alle in der Hundehütte. Typisch ist außerdem die Endung -d statt -m im Neutrum: id, illud, istud, quid ...
Weil sie fast wie Pronomen gebraucht werden, gehören folgende Adjektive auch dorthin:

Unus, solus, totus, ullus,
uter, alter, neuter, nullus,
alius
erfordern alle
-ius in dem zweiten Falle (=Gen.)
und im Dativ enden sie
alle auf ein langes -i

ein einziger, allein, ganz, irgendeiner,
welcher, jeder, keiner von beiden, keiner, 
ein anderer ...

Gerundium und Gerundiv

Es gibt eine einfache Übersetzungsregel für die beiden -nd-Formen:

Es geht am Ende fast immerzu mit zu
beim Ablativ kommt man mit durch durch
steht in dabei, nimm bei!

ars orationem habendi die Kunst, eine Rede zu halten
Carthaginem delendam est  Kathago ist zu zerstören.
Librum mihi legendum dedit Er gab mir das Buch zum Lesen.
Docendo discimus Durch Lehren lernen wir.
in libris legendis beim Lesen der Bücher
Genitiv bei Adjektiven

Einige Adjektive werden im Lateinischen mit dem Genitiv verbunden. Im Deutschten steht meistens ein Ausdruck mit Präposition (begierig nach, kundig in, voll mit ...)

begierig, kundig, eingedenk, 
teilhaftig, mächtig, voll


cupidus, peritus, memor
particeps, potens, plenus

Auch das jeweilige Gegenteil (immemor, impotens ...) wird mit Genitiv konstruiert.

amphora vini plena ein Amphore voller Wein
vir iuris peritus ein Mann, kundig im Recht,
Genitiv bei Verben

piget, pudet, paenitet
taedet atque miseret


es verdrießt, es schämt mich, es reut mich
es ekelt mich, es jammert mich

Laboris me piget. Meine Arbeit verdrießt mich.
Iniuriae paenitet. Das Unrecht reut ihn.
aliquis

Nach manchen Subjunktionen steht statt des üblichen Indefinitpronomens aliquis = irgendeiner einfaches quis etc. 

Nach si, nisi, ne, num
quo, quanto, cum
fällt ali- um.

Einmal, Zweimal, Dreimal, Viermal

Die ersten vier unregelmäßigen Multiplikationszahlen kann man sich mit folgendem lustigen Spruch gut merken:

In die Semmel biss der Kater
semel-bis-ter-quater

Danach geht es mit dem Suffix -ie(n)s weiter: quinquies, sexies ... decies etc.

Adverb oder adjektiv?

Wenn eine Form von "sein" Vollverb ist, steht das Adjektiv als Prädikatsnomen dabei. Die Form stimmt in Kasus, Numerus und Genus mit dem Subjekt überein. Das Adverb dagegen ist eine Bestimmung zu anderen Verben. 

Das Essen ist gut. Cena bona est. (mit Adjektiv)
Wir haben gut gegessen. Bene cenavimus. (mit Adverb)
Die Soldaten waren tapfer. Milites fortes erant. (mit Adjektiv)
Die Soldaten kämpften tapfer. Milites fortiter pugnabant. (mit Adverb)

Der ist dumm, der nach sum
setzet das Adverbium.

GenusRegeln der 3. Deklination

Einen Überblick bietet unsere Mindmap zur 3. Deklination
Vorsicht Ausnahmen!

Caspar Türler aus der Schweiz hat uns folgendes Merkgedicht zur Verfügung gestellt, welches sein Vater (Jg. 1928) noch hat auswendig lernen müssen:

Auf das Geschlecht gebt ja gut acht
damit ihr keine Fehler macht!
Brauch männlich die auf -or, -er, -os
und die auf -es, doch diese bloß,
wenn sie in ihrem zweiten Fall
vermehren ihre Silbenzahl.


Doch marmor, aequor, cor (das Herz)
cadaver, iter, aes (das Erz)
os (der Mund) und os (Gebein),

die müssen immer Neutra sein.
Als weiblich aber merk dir bloß
noch seges, quies, merces, dos.

ordo, sermo, pugio,
fons, mons, pons, dens ebenso,
auch grex und vertex, verticis
sind masculini generis.

Desgleichen die auf -nis und -guis
und auch die folgenden auf -is:
collis, fascis, lapis, mensis.
Als Neutrum aber ganz allein
vas (das Gefäß) gemerkt will sein.

Auf -men, -us, -ur und -e ,-al, -ar,
die stellen sich als Neutra dar;
auch lac und caput, capitis,
sind stets neutrius generis.

Doch mus und lepus, sol und sal
gebrauche männlich überall;
als weiblich tellus gelten muss,
wie auch die Dentalstämm' auf -us.

Gebrauche weiblich die auf -o,
die -as, -aus, -x geradeso
und die auf Konsonant und -s
bezeichnen stets nur Weibliches.
Gleichsilb'ge auch auf -es und -is
sind feminini generis.

von Katja Mayer