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Letzte Änderung: 22.05.2004

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Das Mützchen des Odysseus

Facharbeit im Leistungskurs Latein (2004)

Abstrakt

Odysseus wird in der bildenden Kunst häufig mit einer Mütze dargestellt, die allerdings in der Literatur nie als genuines Attribut des Helden erscheint. Es handelt sich um den Pilos - eine spezielle Mützenform aus Filz. Dieser taucht erst ab der Frühklassik (ca. 500 - 450 v. Chr.) als Kopfbedeckung des Odysseus auf und gehört ab etwa 400 v. Chr. zum Kanon der Odysseus-Darstellung. Der Grund für den Wandel hin zu einer Kennzeichnung mit Pilos liegt in der Individualisierung der künstlerischen Darstellung in der klassischen Zeit: Odysseus sollte ein passendes Erkennungszeichen bekommen. Dazu eignete sich nichts besser als der Pilos, der die Vielseitigkeit des Helden besonders hervorhebt. Zum einen ist die Mütze, die als Innenfutter von Helmen diente, Symbol für einen Kämpfer. Außerdem wurde sie in Griechenland von Reisenden, Handwerkern - speziell Künstlern - und Seefahrern getragen. Von all diesen Gruppen lassen sich Bezüge zu Odysseus herstellen, doch es ist gerade die Vielseitigkeit, die die Bedeutung des Pilos als Attribut des Odysseus ausmacht: Durch die Mütze wurde dieser als Identifikationsfigur für alle Griechen gekennzeichnet. Odysseus - ein Grieche par excellence. 

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von Thomas Niederberger